Die gutartige Vergrößerung der Prostata (medizinisch Benigne Prostatahyperplasie, BPH) tritt verstärkt im höheren Lebensalter auf. Die Vergrößerung beginnt etwa ab dem 45. Lebensjahr. Etwa die Hälfte aller Männer über 60 Jahre und nahezu alle Männer über 70 Jahre haben eine gutartige Vergrößerung der Prostata.
Im Gegensatz zum Prostatakrebs, der vorwiegend in der äußeren Zone der Prostata vorkommt, entwickelt sich die gutartige Vergrößerung hauptsächlich in der inneren Zone, das heißt in der unmittelbaren Nähe zur Harnröhre. Aus diesem Grund kann es hier zu einer Einengung der Harnröhre und damit zu unterschiedlich ausgeprägten Problemen beim Wasserlassen kommen.
Die Vergrößerung der Prostata allein muss nicht unbedingt Probleme bereiten. So gibt es Männer mit einem großen Prostatavolumen ohne jegliche Beeinträchtigung. Auf der anderen Seite können bereits geringere Vergrößerungen Probleme bereiten. Füllen Sie den Fragebogen aus, damit Sie Ihrem Arzt Ihre Beschwerden schildern können.
Wenn es Anzeichen für eine Prostatavergrößerung gibt, wird Ihr Arzt mit Ultraschall (Sonographie) die Nieren und die Blase untersuchen sowie das Prostatavolumen beurteilen. Über den Enddarm wird der Arzt mit dem Finger die Prostata abtasten. So kann er beurteilen, ob sie vergrößert, schmerzhaft oder verhärtet ist. Oft wird auch die transrektale Ultraschalluntersuchung (TRUS) der Prostata durchgeführt, mit der die Prostata besonders genau beurteilt werden kann. Dabei wird eine fingerdünne Sonde mit einem Ultraschallkopf in den Enddarm eingeführt.
Wenn eine Prostatavergrößerung bereits mit Problemen beim Wasserlassen einhergeht, kann eine Harnflussmessung erfolgen, bei der Stärke und Geschwindigkeit des Harnstrahls bewertet werden. Möglicherweise müssen Sie eine Zeit lang Tagebuch darüber führen, wann Sie Flüssigkeit zu sich nehmen und wann Sie wie viel Urin lassen. Blut- und Urinuntersuchungen gehören ebenfalls zur Diagnostik. Der Urin wird auf Krankheitskeime und abnorme Zellen hin untersucht. Die Nierenfunktion wird mit der Blutprobe geprüft. Außerdem werden die PSA-Werte im Blut bestimmt. PSA steht für Prostata-spezifisches Antigen - eine Substanz, die nur von den Prostatazellen gebildet wird. Erhöhte PSA-Werte sind ein Hinweis auf krankhafte Prozesse.
Je nach den Ergebnissen der Basisdiagnostik können weitere Untersuchungen von Blase und Nieren notwendig sein (z.B. Röntgenuntersuchung, Blasenspiegelung).
Gibt es Hinweise auf bösartige Veränderungen (Verhärtungen, Höhe des PSA-Wertes), wird eine Gewebeprobe aus der Prostata entnommen und mikroskopisch untersucht. Die Untersuchung ist kaum schmerzhaft und kann daher gewöhnlich ohne örtliche Betäubung durchgeführt werden.
Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung
Bei milder Symptomatik wird der Arzt vielleicht gegebenenfalls zunächst abwarten und die weitere Entwicklung beobachten. In diesem Fall werden regelmäßige Kontrolluntersuchungen vereinbart.
Bei deutlicheren Beschwerden kann die Prostatavergrößerung medikamentös behandelt werden. Sogenannte Alphablocker entspannen die Muskelzellen der Prostata, wodurch der Harnstrahl und das Wasserlassen besser werden. 5-Alpha-Reduktase-Hemmer verhindern das Wachstum der Drüse und verkleinern sie dadurch.
Bei starken Beschwerden und Komplikationen (wie wiederholt auftretende Harnwegsinfekte, Harnverhalten, Blasensteine, Niereninsuffizienz) muss operiert werden. Als Standardverfahren gilt die Operation durch die Harnröhre. Dabei wird Prostatagewebe abgeschält. Wenn die Vorsteherdrüse sehr groß ist, kann auch der Zugang über die Bauchdecke gewählt werden (offene Operation).
Neue Verfahren stehen zur Verfügung, die schonender sein sollen als die klassischen Prostata-Operationen (z.B. Laserresektionen Hyperthermie). Bei den meisten Eingriffen fehlen jedoch noch Langzeiterfahrungen, die eine Überlegenheit gegenüber herkömmlichen Methoden zeigen.
Was Sie selbst tun können, um der Erkrankung vorzubeugen und die Heilung zu unterstützen
Eine gezielte Vorbeugung ist zum jetzigen Wissensstand nicht möglich.
Um die Symptome zu verringern, sollten Betroffene kalte oder stark alkoholische Getränke und längere Aufenthalte in der Kälte meiden. Körperliche Betätigung sowie regelmäßige Blasen- und Darmentleerung sind ebenfalls hilfreich.
Regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen bleiben auch bei und nach der Behandlung der Prostatahyperplasie erforderlich.





